Weltanhalten ist im Plan der Schöpfung nicht vorgesehen

„Im Moment sein. Im Jetzt sein. Ankommen. Zur Ruhe kommen.“


Wer stellt sich diesen Moment, dieses Jetzt, nicht manchmal als etwas statisches vor? Etwas, das erreicht werden kann. Wer wundert sich anfangs nicht über Kodo Sawaki, der meint, es gäbe nichts zu erreichen? Warum dann Meditation?


Ankommen. Aber wohin eigentlich? und was dann? Ruhe oder Totenstille?


Da kann uns die Sprache echt ein ganz schönes Schnippchen schlagen…


Im Moment sein: das gelingt eher, wenn man das Sein als Werden begreift. Der Moment ist nichts Statisches, eher flüchtig. Alles fließt – Panta rhei. Kein fester Punkt. Nichts, was einmal erreicht und dann fixiert werden könne.


Jetzt-Jetzt-Jetzt-Jetzt -… eigentlich ein kontinuierlicher Strom – JJJEEEETTTTZZZZZTTTT -, für uns schwer erfassbar … oder ein Aufblitzen von Bewusstsein? Wie ein Wal, der auftaucht, um Luft zu holen?


Jedes dieser Jetzt-Momente ist ein bisschen anders, die Sonne hat sich ein bisschen geneigt, die Erde gedreht, immer ein bisschen neu.


Das Herz schlägt weiter – selbst im Savasana, der Totenstellung im Yoga (die Liegeposition am Ende), ist so viel Bewegung. Der Atem, der rhythmisch ein- und ausströmt… aber doch auch eine Pause macht. Die verlängert werden kann: Kumbhaka. Die Welt steht still. Aber auch das nicht ewig. Weltanhalten ist im Plan der Schöpfung nicht vorgesehen.

In den Moment zu kommen, bedeutet nicht, alles anzuhalten, festzuhalten, sondern schlicht: dabei sein, anwesend sein, präsent sein.


In den Moment kommen: eher ein kommen - und gehen. Bewegung.


Dabei sein während das Herz schlägt, das Blut rauscht, der Atem fließt… vielleicht sogar Lärm oder Amselzwitschern von außen zu hören ist.


Spüren, hören, schauen.


Keine dissoziative Beobachtung, von oben u außerhalb herab. Wer an die Atmung denkt, sie aber nicht spürt, ist schon nicht mehr präsent.


Leibliche Präsenz: Ich fühle, spüre den Atem an der Nasenspitze, das Heben u Senken der Brust.


Da-sein. Dabei sein.


Während dieses gewaltigen Schauspiels, das ständig ewig fließt.


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