Ashram, Asana, Ashtanga - Indien für Anfänger


INDIEN. Welche Gedanken und Bilder entstehen bei Dir, wenn du diesen Namen liest? Chaos, Lärm, Linsen und bunte Götter? Vielleicht auch Gefahr? Dann geht es dir offenbar nicht anders als mir vor ein paar Jahren. Indien war nie ein Reiseziel von mir. Als aufgeklärtes, modernes Subjekt, überzeugt von der eigenen Autonomie, geboren in einer Zeit ohne Gott, ausgestattet mit Rationalitäten und aufgewachsen in einer Zeit der Selbstvermessung, erschien mir Indien so fremd wie der Vogel dem Fisch. Mit all den bunten Götterbildern, die ich mit Indien assoziierte, konnte ich nichts anfangen. Zu laut, chaotisch und gefährlich galt mir dieses ferne Land. Warum es mich dennoch – gleich zweimal und für insgesamt knapp ein Jahr – nach Bharat (so der ursprüngliche Name Indiens) zog, ist schnell erklärt:


Panzerschmelze

Durch meine jahrelange Yogapraxis war der Panzer, hinter dem sich das rationale Subjekt der Moderne verschanzt, längst brüchig geworden. Durch die Spalten wurde ich für Anrufungen aus dem fernen Land empfänglich, die mich zur Wiege des Yoga riefen.


Meine erste Indienreise führte mich zu Yogabones nach Goa, Südindien, um dort knapp zwei Monate bei Rolf Naujokat – einem der ältesten und erfahrensten Ashtanga-Yogalehrern – und seiner Frau Marci Ashtanga Vinyasa Yoga zu praktizieren.


Meine zweite Indienreise führte mich dann ein halbes Jahr quer durch Indien. Nachdem ich das zumeist trockene Studium der Psychologie – wenn auch mit Auszeichnung – abgeschlossen hatte, ging es mir wie einer Verdurstenden in der Wüste, die instinktiv den Wasseradern folgt. Mein Weg führte mich zunächst an die Quelle des Ganga-Flusses in Nordindien, wo ich drei Monate in einem traditionellen Ashram verbrachte. Anschließend zog ich über die heiligen Städte Rishikesh, Haridwar und Varanasi Richtung Süden, fand in Kerala einen für mich sehr wichtigen Lehrer und schließlich zur Geburtsstadt des Ashtanga Vinyasa Yoga: Mysore.


Transformation durch Hingabe

Die Zeit in Indien hat mich verändert – das ist allerdings keine Besonderheit: Indien wird jeden verändern, der sich traut, in das bunte Chaos einzutauchen. Manche Regionen Indiens sind für Tauchgänge und persönliche Transformationen geeigneter als andere. Meine Reiseerfahrungen können auch als Ermutigungen und Ermunterungen gelesen werden, sich auf die eigene Reise zu machen – wer seinen inneren Anrufungen folgt, wird sich immer auf der richtigen Reiseroute bewegen.


Außerdem möchte ich jene Informationen bereitstellen, die ich vor Reiseantritt vergeblich gesucht habe und so meinen Beitrag dazu leisten, unnötige Ängste vor der Fremde abzubauen und helfen, das ein oder andere Kilo Übergepäck zu vermeiden.


Hier geht es zu meinen

Reiserfahrungen:


I Yogabones in Goa, Südindien

Goa ist nicht nur das Paradies der (Alt-)Hippies, sondern auch Heimat von Ashtanga-Yogi-Meistern wie Rolf Naujokat von Yogabones. Außerdem geht die Sonne hier so wunderschön unter wie kaum in einem anderen Land.


II Ashram-Leben in Nordindien: Yoga ist mehr als Asana

Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Drei Monate in einem traditionellen Ashram in Nordindien zu verbringen, hat mich emotional herausgefordert...


III Ashram-Leben in Nordindien: I am still an Asana-Lover

...und innerlich gestärkt. Ich habe unglaublich viel über Yoga, Meditation, Ayurveda - und vor allem: über mich gelernt.


IV Reanimation in Varanasi - Zu Besuch in Indiens heiligen Städten

Ein atemberaubender Quickie: Zwei Tage waren völlig ausreichend, mich für diese wundervolle Stadt einzunehmen. Ein Highlight meiner Indienreise!


V Tanzende Götter, schmelzende Sonnen - Schülerin in David Garrigues Ashtanga Yoga School, Kerala, Südindien

Ein weiteres Highlight war es, David Garrigues kennen zu lernen und in seiner Energie baden zu dürfen. Die Strände von Kovalam haben mich hingegen etwas weniger begeistert, dafür hat Kerala kulturell einiges zu bieten.


VI Schlaflos in Mysore - der Wiege des modernen Yoga

Der letzte Abschnitt meiner Reise erleichterte mir den Abschied von Indien, diesem wundervollen, aber auch lauten, chaotischen und anstrengenden Land.


VII Acht Monate Indien - Ein Fazit

Das Fazit meiner Reise und eine große Liebeserklärung an dieses wunderbare Land.

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